Samstag, 9. Februar 2019

Flucht 1.0

Mir wurde gesagt ich solle es doch nicht Flucht nennen, sonder es positiver sehen.
Ich hab drüber nachgedacht und ich denke, dass ich es nicht nur Flucht genannt habe, weil dies eine gewisse gemochte Dramatik inne hat, sondern auch weil Flucht etwas beschreibt was weh tut. Ein Weg ohne Rückweg, jedenfalls keine Rückkehr solange bis sich die Umstände nicht verändert haben, die zur Flucht führten.

Ich verlasse Hamburg ungern. Hamburg ist meine Wahlheimat. Die Umstände, die dazu führten warum ich in Hamburg strandete, waren für mich Lebensverändernd.

Ich, die wie eben schon erwähnte, die Dramatik liebt stand vor 13Jahren am Bahnhof in Dithmarschen und wartete auf den Zug nach Hamburg. Einen blauen Sack mit Kleidung in der einen Hand, meine zahme weiße Ratte auf der Schulter und eine Zigarette in der anderen. Ich blickte zurück ins Dorf und verbeugte mich (nein nicht in Gedanken, ich tat es wirklich) und verabschiedete mich aus meinem Heimatdorf. Ich wollte nie wiederkehren.

Ich blieb einige Jahre dem Dorfe fern, dann kam ich ab und zu zu Besuch. Spätestens als ich mit meinem ersten Mädchen schwanger war machte ich regelmäßig dort Urlaub. Und Schlussendlich komme ich nun wieder zurück? Verrückt wie das Leben so spielt.

Ok, bei meiner nächsten Ankunft muss ich das Dorf neu Begrüßen, wie macht man das denn? Wie begrüßt man denn jemanden den man nie wieder sehen wollte? Vielleicht sag ich zögerlich "Hi!" hoffe es hat mich vergessen und stell mich neu vor.

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