Freitag, 15. Februar 2019

Wir können nicht schon wieder fragen

Puh wir gucken gerade wie wir den Umzug machen sollen. Leider sind wir erst vor einem halben Jahr umgezogen. Diese Zeitspanne ist viel zu kurz um im Gegenzug bei all unseren Helfern auch mindestens einmal etwas beigetragen zu haben. Und sowohl ich wie auch der Lord wollen unsere Freunde nicht erneut um Hilfe fragen.
Wir haben echt verdammt viel Scheiß und das ist echt niemandem zuzumuten, das alles nochmal zu schleppen. Wir würden uns furchtbar dabei fühlen.
Der erste Plan war ein Umzugsunternehmen zu beauftragen. Doch nachdem wir die Preislage gecheckt haben, ist diese Option schon ziemlich geschrumpft. Es ist einfach sehr teuer. Nun überlegen wir ob wir für zwei Tage einen Mini Lkw mieten, die Kinder zu Oma bringen und den ganzen Kram alleine schleppen.
An sich machbar, wenn auch anstrengend, aber ich hab ja diese beschissene Krankheit. Ob und wieviel ich schleppen kann, kann ich unmöglich vorher sagen, dass ist sehr tagesform abhängig. Hinzu kommt, dass wir den Lkw fahren müssen und wir beide seit Ewigkeiten nicht mehr gefahren sind und ich hab noch nie einen Lkw gefahren.
Noch eine Überlegung kam mir, dass man vielleicht nur 1/2 Helfer fragen könnte und die dann bezahlt?
Ich hasse Umzüge, wirklich. Zum Glück ist das das letzte Mal :)

Luft zum Atmen

Es gab ja viele Gründe warum ich das Dorf verlassen habe und es gab auch ein zwei Gründe warum ich nach Hamburg zog.
Einer war zb dass ich mich nicht auf dem Land, in dem Dorf in dem ich aufgewachsen bin, nicht entfalten konnte. Ich bin ein Mensch mit vielen Ideen und die kamen  nicht wirklich gut an dort. Ich wollte interessante Menschen treffen und an ihnen wachsen.
Klar war ich lang in Hamburg und klar hab ich auch viel erlebt hier. Ich traf viele Menschen und meine Töchter sind hier geboren. Ich liebe Hamburg, aber zunehmend kommt mir der Gedanke, dass ich zurück zu meinen Wurzeln muss um mich zu finden und erfüllt zu fühlen. Ich denke Hamburg ist für viele gut und wichtig und sie entwickeln sich zusammen mit dieser schönen Stadt weiter, aber für mich ist die Großstadt zu eng, zu engstirnig, zu rasterhaft, zu klischeehaft und zu voll. Ich brauche mehr Platz, mehr Luft, mehr Ruhe und mehr für mich.

Ich habe natürlich auch Angst. Angst dass es nicht so sein wird. Dass ich mich langweile, mich einsam fühle und einigel. Das ich mich isoliere und irgendwann eingehe. Das sind die Horrorgedanken, die ich als Teenie schon hatte.

Mal sehen, was so kommt ;)

Samstag, 9. Februar 2019

Flucht 1.0

Mir wurde gesagt ich solle es doch nicht Flucht nennen, sonder es positiver sehen.
Ich hab drüber nachgedacht und ich denke, dass ich es nicht nur Flucht genannt habe, weil dies eine gewisse gemochte Dramatik inne hat, sondern auch weil Flucht etwas beschreibt was weh tut. Ein Weg ohne Rückweg, jedenfalls keine Rückkehr solange bis sich die Umstände nicht verändert haben, die zur Flucht führten.

Ich verlasse Hamburg ungern. Hamburg ist meine Wahlheimat. Die Umstände, die dazu führten warum ich in Hamburg strandete, waren für mich Lebensverändernd.

Ich, die wie eben schon erwähnte, die Dramatik liebt stand vor 13Jahren am Bahnhof in Dithmarschen und wartete auf den Zug nach Hamburg. Einen blauen Sack mit Kleidung in der einen Hand, meine zahme weiße Ratte auf der Schulter und eine Zigarette in der anderen. Ich blickte zurück ins Dorf und verbeugte mich (nein nicht in Gedanken, ich tat es wirklich) und verabschiedete mich aus meinem Heimatdorf. Ich wollte nie wiederkehren.

Ich blieb einige Jahre dem Dorfe fern, dann kam ich ab und zu zu Besuch. Spätestens als ich mit meinem ersten Mädchen schwanger war machte ich regelmäßig dort Urlaub. Und Schlussendlich komme ich nun wieder zurück? Verrückt wie das Leben so spielt.

Ok, bei meiner nächsten Ankunft muss ich das Dorf neu Begrüßen, wie macht man das denn? Wie begrüßt man denn jemanden den man nie wieder sehen wollte? Vielleicht sag ich zögerlich "Hi!" hoffe es hat mich vergessen und stell mich neu vor.

Mittwoch, 6. Februar 2019

Wie alles begann

Es ist ebenso traurig wie auch beruhigend, dass viele Dinge im Leben beginnen, wenn etwas anderes endet. In den ältesten Mythen und Religionen ist es schon so, und auch diesmal beginnt ein neuer Abschnitt meines/unseres Lebens mit dem Ende eines anderen Lebens.
Leider war dies das meines Vaters. Ganz plötzlich, ohne Vorwarnung starb mein Vater nach ganz kurzer Krankheit im Oktober 2018. 
Wir waren gerade voll in den Halloween Vorbereitungen, wir lieben dieses Fest.
Ein Anruf der alles veränderte. Ich hab es noch nicht verarbeitet, ich glaub ich hab es noch nicht einmal bewertet oder angefangen es zu verarbeiten. Ich habe solch einen Verlust auch noch nie erlitten.
Meine zwei Brüder und ich standen ganz plötzlich vor Aufgaben, um die wir uns garnicht kümmern wollten. Unsere ,in Gedanken gesponnenen Zukunfstvisionen, bezogen auf unseren Vater ,sahen ganz anders aus. Ich zb dachte felsenfest, dass mein Vater so steinalt werden würde, dass er es noch schaffte meine dann Erwachsenen Töchter mit seinen Nörgeleien zur weißglut zu treiben.
Doch es kam anders. 
Wir kämpften uns so durch. Eins nach dem anderen. Die Zeit verging und man verdrängte erfolgreich und lenkte sich mit den ganzen Herausforderung ab.
Auf dem Land aber stand das Haus. Das Haus in dem ich und meine Brüder groß geworden sind. An dem viele viele Erinnerungen hängen. Viele negative, traumatische Erinnerungen ebenso. 
Das erstemal angesprochen hat es der Lord. 
Er sah die Chance,die uns da geboten wurde, die ich noch garnicht sehen konnte. Wir redeten viel, hielten Rücksprache mit meinem und seinen Eltern und trafen dann die Entscheidung. 
Wir ziehen (zurück) aufs Land!